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Interview mit der Unternehmensleitung: „125 Jahre nah am Menschen“



In den 125 Jahren seit 1883 entwickelte sich Vorwerk von einer Teppichweberei zu einer internationalen, breit aufgestellten Unternehmensgruppe mit 2,3 Milliarden Euro Geschäftsvolumen und 566.000 Mitarbeitern und Fachberatern weltweit. Jürgen Hardt, Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei Vorwerk, befragte den Vorsitzenden des Beirats, Dr. Jörg Mittelsten Scheid, sowie die persönlich haftenden Gesellschafter Achim Schwanitz und Peter Oberegger nach den Gründen dieses Erfolgs und ihren Visionen für die Zukunft des Unternehmens.


Meine Herren, Sie repräsentieren drei Generationen Führung bei Vorwerk. Was steht für Sie im Zentrum des Jubiläums?
Achim Schwanitz: 125 Jahre, das ist eine lange Tradition, die unser Unternehmen prägt. In diesen 125 Jahren wurde geschaffen, worauf wir heute aufbauen: Die verschiedenen Geschäftsbereiche mit dem Kern des direkten Wegs zum Kunden, die breite internationale Aufstellung von Vorwerk und nicht zuletzt die loyalen und qualifizierten Mitarbeiter und Fachberater.

Peter Oberegger: Was wir aus unserer Geschichte lernen können: Vorwerk zeichnet sich über die Jahrzehnte hinweg durch seine ausgeprägte Wandlungsfähigkeit und Wachstumsorientierung aus. Indem wir uns kontinuierlich wandeln und immer wieder neue Wege beschreiten, entwickeln wir uns ständig weiter – und das ist letztendlich die Grundlage unseres Erfolgs.

Dr. Jörg Mittelsten Scheid: Dabei hat Vorwerk seinen Charakter als Familienunternehmen bewahrt. Die Familie Mittelsten Scheid steht hinter dem Unternehmen, sichert seine Unabhängigkeit und unterstützt die in die Zukunft gerichtete Strategie.

Gibt es Unterschiede zwischen Familienunternehmen und Unternehmen an der Börse?
Dr. Jörg Mittelsten Scheid: Familienunternehmen denken auch an die nächste Generation und damit in langfristigen Zusammenhängen. Das hat Vorwerk immer gut getan. Ohne den vorausschauenden Blick und die Rückendeckung der Familie wären viele der Entscheidungen, die Vorwerk groß gemacht haben, nicht möglich gewesen: Etwa der Sprung 1930 in den für uns völlig neuartigen Direktvertrieb. Er hat das Unternehmen revolutioniert, wurde damals jedoch von vielen sorgenvollen Blicken begleitet. Oder der Einstieg in den Kosmetik-Direktvertrieb über JAFRA im Jahr 2004. Viele haben gesagt: „Davon habt ihr doch gar keine Ahnung …“ Ich habe geantwortet: Wir verstehen etwas von den Menschen und vom direkten Weg zu ihnen. Darauf kommt es an.

Und Sie haben Recht behalten. JAFRA ist sehr erfolgreich und hat sich in Vorwerk-Besitz hervorragend entwickelt...
Peter Oberegger: Das ist die Botschaft des Jubiläums für die Zukunft: Wir sind erfolgreich, wenn wir mutig und wandlungsfähig sind und auf Veränderungen der Welt wie der Konsumenten richtig reagieren. Wären wir ein Hersteller von Teppichen geblieben, gäbe es Vorwerk schon lange nicht mehr. Der Teppich ist heute ein Teil des Unternehmens wie unsere Direktvertriebe für Haushaltsgeräte – Kobold, Thermomix, Feelina, Wasserreiniger alva – und für JAFRA Kosmetik. HECTAS Gebäudedienstleistungen und die akf Bankengruppe runden das Portfolio sinnvoll ab, denn auch dort geht es um die besondere Nähe zum Kunden. Vorwerk verfügt über eine Vielzahl an Geschäftsbereichen, jeder ist für sich erfolgreich. Gleichzeitig sind wir in allen Geschäftsbereichen international – von Japan bis Mexiko. Diese Struktur ist in hohem Maße zukunftsfähig, denn wir profitieren damit von der positiven Entwicklung dynamischer Märkte weltweit.

Was gibt Vorwerk Orientierung in Zeiten des Wandels?
Achim Schwanitz: Bei allen Veränderungen hat Vorwerk immer seine Identität und seine Werte bewahrt. Wir richten unsere Unternehmenspolitik an den fünf Vorwerk Grundsätzen aus: Unser Erfolg hängt vom Menschen ab, also von unseren Kunden, Fachberatern und Mitarbeitern. Hinzu kommt unser hoher Qualitätsanspruch – Qualität und Leistung zählen. Der Kunde dankt uns dies durch Loyalität zur Marke und zu den Produkten. Außerdem sind wir bereit zu Veränderungen und Fortschritt und verfolgen konsequent unsere Vision eines dynamisch und profitabel wachsenden Unternehmens. Schließlich: Wir denken und handeln in langfristigen Zusammenhängen – das resultiert aus unserer Tradition als Familienunternehmen. Vorwerk bekennt sich zu einer nachhaltigen Unternehmenspolitik.

Peter Oberegger: Hier werden wir in den kommenden Jahren weitere Zeichen setzen. Die Grundsätze von Vorwerk, die mein Partner gerade genannt hat, werden in der Tat im Unternehmen gelebt. Es ist aber eine ständige Aufgabe, das aktuelle Handeln an diesen Maßstäben zu messen und auf neue Entwicklungen die richtigen, grundsatzgemäßen Antworten zu finden.

Zum Beispiel?
Achim Schwanitz: Etwa wenn es darum geht, den Kunden im 21. Jahrhundert für Produkte und Dienstleistungen aus dem Hause Vorwerk zu begeistern. Viele Unternehmen schreiben sich zwar auf die Fahne „Der Kunde steht im Mittelpunkt“, doch bei uns wird das wirklich täglich gelebt. Der direkte Draht zum Kunden ist unser Geschäftsmodell. Damit kommen wir einem wichtigen Bedürfnis der Menschen weltweit entgegen: Viele wünschen sich persönlichen Kontakt, umfassende Information und Service. Deshalb bietet unsere Vertriebsform, der Direktvertrieb, auch in Zukunft ein immenses Potenzial überall auf der Welt.

Peter Oberegger: Um in bestehenden wie neuen Märkten noch erfolgreicher zu sein, sollten wir die Erfolgskonzepte unserer starken Vertriebe systematisch in Geschäftserweiterungen umsetzen. „Best Practice“ anzuwenden ist eine goldene Regel, die uns hilft, schneller und effizienter in neue Märkte vorzustoßen. Dafür bedarf es des intensiven Erfahrungsaustauschs über Länder- und Geschäftsbereichsgrenzen hinweg. Dem dienen unsere internationalen Tagungen und Management-Programme.

Wie wird Vorwerk in zehn Jahren aussehen?
Achim Schwanitz: Wachstum ist das Ziel – Schritt für Schritt und profitabel. Wir haben die strategischen Wachstumsfelder definiert, die uns helfen sollen, in zehn Jahren den Umsatz zu verdoppeln. Jede Geschäftseinheit muss eigene Ziele entwickeln und die Prioritäten bestimmen. Wir wollen deutlich mehr Fachberater und Mitarbeiter weltweit haben und neue Berufsentwicklungschancen anbieten können. Neben Europa werden als Märkte der Zukunft Asien und der amerikanische Wirtschaftsraum eine Absatzbasis für uns sein.

Peter Oberegger: Ich arbeite dafür, dass wir in zehn Jahren das von Achim Schwanitz genannte und von der Familie und der Unternehmensleitung getragene Ziel erreichen. Meine Vision: In China haben wir 2018 ein sehr großes Geschäft. Dort wie im übrigen Asien sind wir eine bekannte Marke geworden. Wir werden 2018 auch in Indien, Brasilien und Russland erfolgreiche Geschäftsaktivitäten vorweisen können. In Europa sind wir dann – so hoffe ich – wie bereits in Italien auch in vielen anderen Ländern Marktführer in der Raumpflege. Der Thermomix wird seinen Siegeszug auch außerhalb Europas fortsetzen. Feelina wird, möglicherweise mit einem modifizierten Direktvertriebsmodell, viele zufriedene Kunden haben. JAFRA Cosmetics wird eine feste Größe in vielen Ländern der Erde sein. Lux Asia Pacific wird mit Wasserreinigern und Raumpflege in großen Teilen Asiens stark vertreten sein. HECTAS und die akf bank haben in zehn Jahren ein starkes europäisches Geschäft. Die Zahl der für Vorwerk tätigen Menschen wird die Millionengrenze überschritten haben. Und das Wichtigste: Überall auf der Welt gibt es glückliche Kunden und Fachberater, die von Vorwerk und seinen Produkten überzeugt sind.

Dr. Jörg Mittelsten Scheid: Genau deshalb wachsen wir: Weil wir – manchmal auch ganz gegen den Zeitgeist – daran festhalten, nah an den Menschen zu sein.


Über Vorwerk
Die Vorwerk & Co. KG ist ein im Jahre 1883 gegründetes Familienunternehmen. Sitz der Holding ist in Wuppertal (Deutschland), die Zentralen der Geschäftsbereiche liegen in Wollerau/Schweiz (Geschäftsbereich Kobold, Thermomix, Feelina), Westlake/USA (Geschäftsbereich JAFRA Cosmetics), Singapur (Geschäftsbereich Lux Asia Pacific), Hameln/Deutschland (Teppichwerke) und Wuppertal (Geschäftsbereich akf Bankengruppe, HECTAS Gebäudedienste, Engineering).

An der Spitze der Unternehmensgruppe stehen die persönlich haftenden Gesellschafter Achim Schwanitz und Peter Oberegger, weitere Mitglieder der Unternehmensleitung sind Wolfgang Bahlmann (Human Resources), Eberhard Pothmann (Finanzen) und Jochen Sarrazin (Controlling). Das Kerngeschäft von Vorwerk ist der weltweite Direktvertrieb hochwertiger Produkte. Vorwerk gehört zu den „heimlichen Riesen“. Weltweit sind rund 560.000 Menschen für Vorwerk tätig, davon rund 30.000 als Fachberater im Bereich Haushaltsgeräte und mehr als 500.000 bei JAFRA Cosmetics. Vorwerk erwirtschaftet ein Geschäftsvolumen von mehr als 2,3 Milliarden Euro pro Jahr und ist in über 60 Ländern aktiv.


Bildmaterial und weitere Pressemitteilungen finden Sie im Pressebereich unter www.vorwerk.de.

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