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Wie es zum allersten Thermomix® Modell kam

Wie es zum allersten Thermomix® Modell kam

07.09.2021

Heute ist Thermomix® nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Aber wer steckt eigentlich hinter der Idee und wie kam es zur Entwicklung des allerersten Modells?

Vorwerk in den Sechzigern: Vorwerk hatte viele Haushaltsgeräte im Angebot, die alle einzeln im Rahmen einer Vorführung über einen Direktvertrieb verkauft wurden. Neben dem Hauptprodukt produzierte und verkaufte Vorwerk auch Staubsauger, Bohnermaschinen, Kühlschränke, Entsafter und Mixer. Wie der Thermomix® dann zum einem richtigen Multitalent wurde, erfährst du im Interview mit Hansjörg Gerber.

Herr Gerber, wie sind Sie ursprünglich auf Vorwerk aufmerksam geworden?

Um Spanisch zu lernen und die Welt zu entdecken, bin ich nach einer kaufmänni­schen Lehre in Zürich für ein paar Jahre nach Peru ausgewandert. Ich war erst in den Zwanzigern und hatte 30 Dollar in meiner Tasche. Ich arbeitete bei Impex SA in Lima. Wir importierten Produkte von Vorwerk, die ich auf der Hannover Messe entdeckt hatte. Vorwerk hatte viele Haus­haltsgeräte im Angebot, die alle einzeln im Rahmen einer Vorführung über einen Direktvertrieb verkauft wurden. Besonders beeindruckt hat mich der Entsafter von Vorwerk.

Warum?

Das Hauptargument für dieses Gerät war die gesunde Ernährung. Eine detaillierte Beschreibung erklärte die verschiedenen ernährungswissenschaftlichen Vorteile von Obst und Gemüse, das entsaftet werden konnte. Je nach Obst- und Gemüsesorte haben diese Säfte ja seit jeher eine hei­lende Wirkung auf unsere Organe. Zudem beugen sie Krankheiten vor und sind somit gut für unsere Gesundheit. 

Hansjörg Gerber ist 1933 in der Schweiz geboren und war Ende der 60er-Jahre der Ideengeber zum ersten beheizbaren Thermomix® Modell. Bis heute ist er von dem Küchen-Allrounder überzeugt.

Hansjörg Gerber ist 1933 in der Schweiz geboren und war Ende der 60er-Jahre der Ideengeber zum ersten beheizbaren Thermomix® Modell. Bis heute ist er von dem Küchen-Allrounder überzeugt.

1963 haben Sie dann bei Vorwerk in Frankreich angefangen. Was haben Sie erlebt?

Als ich zu Vorwerk nach Frankreich kam, haben wir in Lille und Paris hauptsächlich Staubsauger an der Haustür verkauft. Da auch andere Unternehmen diesen Ver­triebsweg nutzten, war der Hausbesuch für den Verkauf von Staubsaugern schon bald weit verbreitet. Schwieriger war es da schon, eine Vorführung zu arrangieren. Dabei ist mir aufgefallen, dass Kund:innen vor allem bei Küchengeräten sofort neugierig wurden.

Daraufhin haben Sie sich dann haupt­sächlich auf diese Geräte konzentriert?

Ja, und unsere Vorführungen fanden schnell Aufmerksamkeit. Wir verzeichneten eine erfreuliche Umsatzentwicklung. Besonders erfolgreich waren wir mit dem Entsafter im Norden Frankreichs. Ich erin­nere mich an einen Verkäufer in Lille. Er verkaufte regelmäßig über 30 Entsafter im Monat. Wir wollten diesen Erfolg in Frank­reich ausbauen. Da das Geschäft aber nicht immer so reibungslos lief, wie wir es uns erhofft hatten, mussten wir plötzlich eine neue Hürde überwinden. 

Welche war das?

Der damals größte Haushaltsgeräteherstel­ler in Frankreich brachte den gleichen Ent­safter wie wir auf den Markt, allerdings zu einem Drittel unseres Verkaufspreises. So­mit brachen unsere Entsafter-Verkäufe ein. Glücklicherweise hatte Vorwerk auch die Haushaltsküchenmaschine VM10 im Pro­gramm. Neben anderen Vorteilen konnten wir auch hier mit dem Verkaufsargument der gesunden Ernährung punkten. 

Haben Sie ein Beispiel?

Bei einem Apfelsaft konnten wir etwa die gesundheitlichen Vorteile des Fruchtflei­sches hervorheben, das wir mithilfe eines Filters vom Saft trennten, nachdem wir den Apfel in Wasser zerkleinert hatten. So konnten wir den Vertrieb des Mixers aus­weiten. Und da wir im Norden oft auf Groß­familien trafen, konnten wir sie von der preiswerten und einfachen Herstellung von Suppen überzeugen.

Doch der VM10 hatte noch keine Heiz­funktion. Wie haben Sie damals Suppen mit dem Gerät gekocht?

Wir mussten die Gemüsestücke vor dem Mixen noch mit kochendem Wasser über­gießen. Das klappte auch perfekt und kam sehr gut an. Doch die negative Erfahrung mit dem Entsafter hing mir nach und ich fragte mich, wie lange es dauern würde, bis unser Erfolg durch einen Billig-Mixer der Konkurrenz zum Einstürzen gebracht werden würde.  

Die Sorge vor der Konkurrenz hat Sie also ermutigt, nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen?

Ja, aber eine bestimmte Situation war da­mals ausschlaggebend. Eines Tages beglei­tete ich einen neuen Berater zu einer Pro­duktvorführung in einem Vorort von Paris. Es lief alles wie am Schnürchen. Die Vorfüh­rung war gut vorbereitet und der Berater musste nur noch das Wasser kochen. Zu­erst suchte er nach einem geeigneten Topf. Er fand eine Pfanne in der Ablage über dem Gasherd. Es gab ein lautes Scheppern und fast hätte er sie fallen lassen. Nachdem er einen Liter Wasser eingefüllt hatte, musste er das Gas anzünden, um das Wasser zum Kochen zu bringen. Leider hatten wir keine Streichhölzer und es dauerte eine ganze Weile, bis der Kunde welche gefunden hatte. Nach dieser Unterbrechung konnte die Vorführung dann doch noch beginnen. 

Inwiefern hat Sie dieses Erlebnis zur Thermomix® Idee inspiriert?

Ich habe mich gefragt, warum wir das Wasser eigentlich nicht gleich im Behälter des Mixers heiß machen. Damit würden wir uns eine solche Streichholz-Suchaktion sparen und wären der Konkurrenz wieder eine Nasenlänge voraus. Bald darauf be­kam ich in Paris Besuch vom technischen Leiter der Vorwerk Elektrowerke. In meiner Wohnung in Garches, einem Vorort von Paris, konnte ich ihm zeigen, wie wir Suppe im Mixer zubereiten. Er und seine Frau waren beeindruckt. Ich gab ihm am 29. August 1968 eine eigene Skizze mit meinem Vorschlag, den Mixer mit einer Heizfunktion auszustatten. Unsere Ingeni­eure in Deutschland bat ich, meine Idee in die Praxis umzusetzen. 

Und die Umsetzung hat reibungslos funktioniert?

Nicht ganz, die Heizfunktion bereitete uns die größten Probleme. Die zündende Idee hatte letztendlich Karl-Heinz Doerenkamp. Er war einer meiner geschätzten Verbünde­ten und überwachte damals die Entwick­lung des Prototyps. Sein brillanter Vorschlag war, die Zeit- und Wärmeeinstellungen zu kombinieren, denn je länger die Mixdauer, desto mehr würde das Gerät heizen. 

Wie ging es dann weiter?

Die Technik von Vorwerk hat einen Prototy­pen entwickelt, den ich während meines Sommerurlaubs in der Normandie auspro­biert habe. Natürlich habe ich auch ver­sucht, andere Lebensmittel zu mixen und zu erhitzen. Zuerst hatte ich Angst, den Mixer anzufassen, da er ja unter Strom stand. Aber die hat sich schnell gelegt und ich habe experimentiert. Ich habe mich nicht nur auf Suppen und Säfte beschränkt. Als ich eine Handvoll Reis mit ein bisschen Wasser mixte und daraus ein Brei entstand, wurde mir klar, dass die beheizte Küchen­maschine mehr als nur ein „Suppenkas­per“ war. Also habe ich den Begriff „Soup Boy“ sofort aus dem Projekt gestrichen. 

Hansjörg Gerber ist 1933 in der Schweiz geboren und war Ende der 60er-Jahre der Ideengeber zum ersten beheizbaren Thermomix® Modell. Bis heute ist er von dem Küchen-Allrounder überzeugt.

Thermomix VM200.

Wie sind Sie dann auf den Namen Thermomix® und das finale Modell gekommen?

Auf ein weißes Blatt Papier habe ich mit schwarzem Filzstift ein Trapez gezeichnet, das den Sockel eines Küchengeräts mit zwei runden Knöpfen und markierten Ein­stellungen darstellte. Der linke Drehknopf mit der Beschriftung „Mix“ regelte die Ge­schwindigkeit und der rechte Drehknopf mit der Beschriftung „Thermo-Mix“ regelte die Temperatur. Die Geburtsstunde der Marke war der 9. Juli 1970. So entstand das erste Thermomix® Modell. 

Wie kam die neue Küchenmaschine bei den Kund:innen an?

Es hat sich sehr schnell herumgesprochen, dass man mit der Thermomix® Küchenma­schine so viele neue Dinge machen kann. Die Kreativität der Mitarbeitenden im Umgang mit den Kund:innen war ein Dauer­brenner. Wir konnten zudem die berühmtesten Köch:innen aus allen Regionen Frankreichs für eine spontane und freiwillige Mitarbeit begeistern, sodass sie uns ihre Rezepte für unsere Kochbücher zur Verfü­gung gestellt haben. Schon bald wurde die Thermomix® Küchenmaschine auch in anderen Ländern wie Italien, Spanien und Deutschland bekannt und hat sich in 50 Jahren zum Erfolgsprodukt der Vorwerk Gruppe entwickelt.

Warum ist Thermomix® bis heute so erfolgreich? Weil Millionen von Kund:innen von dem Gerät begeistert sind und auf kreative Art und Weise immer wieder neue Anwen­dungsmöglichkeiten entdecken.

Zürich, 15. Oktober 2014, Hansjörg Gerber.

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